Mein Schatz hat es geschafft mich vom PC weg zu lotsen. Am Wochenende arbeitete ich intensiv an meinen Kindheitserlebnissen. Welch ein Glück das wir uns auf einen Spaziergang am Krossinsee verabredeten. Ich startete das Auto und weiß, der Auspuff muss ein Loch haben. Egal, eine gute Idee frische Luft und Bewegung am Sonntagabend. Das Anglerheim in Wernsdorf ein Geheimtipp, ruhig gelegen, kochte und servierte Mutter’n hier noch selber. Und so schmeckte die Soljanka und das Bier wunderbar. Habe viel geschafft und es zwickt die Bandscheibe…oder ist es nur der Rücken? So starte ich die Woche und um ehrlich zu sein habe keine Lust auf Diestbeginn.
Möwen, Gedanken des Meeres, die sich sammeln am Morgen zum Start in den neuen Tag. Wie unsere Wünsche sind sie, die davoneilen auf weißen Schwingen, das Ziel zu finden, noch ehe es Abend wird.
(Hans Langer)
heute ist mein freier Tag und ich putzte die Küche, so richtig mit Kühlschrank abrücken, Fächer auswaschen und so weiter.
So ein Putztag macht sich gut wenn die Gedanken kreisen wollen. Sie drehen sich um meine Kindheitserinnerungen. Vor zehn Jahren habe ich das meiste aufgeschrieben, nun sollen passende Bilder zum Text eingefügt werden. Gestern Abend kramte ich wieder in meinen Fotokisten, das Gefühl etwas übersehen zu haben läßt mich diese Arbeit noch mal erledigen. Der Zensor wird niedergeknüppelt, weil er scheinbar Unvorteilhaftes aussortiert hat…letzte Gelegenheit das ans Licht zu holen. Der unsortierte Bilderramsch hat auch sein Gutes, so muss ich dauernd alles absuchen, dadurch gerät längst Vergessenes ins Sichtfeld…das brauche ich noch …später. Das Chaos ist nun aufgeräumt und Susisorglos fühlt sich zufrieden. Da ist diese innere Stimme die mich drängt fertig zu werden, …alles abschicken, bezahlen, aus dem Briefkasten ziehen und gut ist. Gewonnen hat eine andere Stimme, sie will noch verweilen, genauer hinsehen, umarbeiten, die Perspektiven ausloten und oder verschieben.
Hier eine alte Spruchkarte ist auch ein Erinnerungs-Fundstück…dreißig Jahre alt
ich war verabredet und sah sorgenvoll in den Himmel. Von gelegentlichen Schauern sprach der Wetterbericht, die trafen wohl gerade mein Haus. Als es auf Mittag zu ging schien die Sonne und ich nahm den Bus nach Potsdam Babelsberg. Als ich durch die alten Gassen lief stellte ich mir wieder mal die Frage ob ich hier wohnen wollte. Später vielleicht, wenn ich in Rente bin, doch bis dahin fließt noch viel Wasser die Havel entlang. Vor dem Eingang stand ER, mein Ex-Mann. Es gibt Momente, da ist Lust und Zeit da für ein Treff beim Bier. Das er allerdings bereits am Eingang auf mich wartete, fand ich ungewöhnlich. Um diese Zeit war das Weberfest übersichtlich, weil sich der Besucherstrom in Grenzen hielt. Ich liebe dieses Fest und die Stände mit alter Handwerkskunst. Was ich vermisste, die böhmischen Knödel mit Sauerkraut und das Pilser Urquell. Mein Ex und ich philosophierten wir über das Leben und vor allen über das Glück.
In den letzten Tage verfolgte ich die Wasserstandsmeldungen aus dem Hochwassergebiet. In Greiz habe ich etliche Jahre gewohnt und Halle ist die Stadt in der Mama und Schwester wohnen und mein Sohn arbeitet in Magdeburg…seine Firma sollte nicht von den Fluten verschlungen werden. So geht heute ein schöner Tag zu Ende …morgen habe ich Dienst
Zwischen Triest und Venedig fährt alle Stunde eine Regiobahn. Das ist eine komfortable Art in die Städte zu reisen und diese Variante war eine gute Entscheidung. Von Cervignano nach Venedig dauert die Reise anderthalb Stunden und Venedigs Bahnhof liegt am Kanale Grande. Rund um diesen Bahnhof wimmelt es von Menschen, nur das hier Boote, statt Autos, das Transportmittel sind. Wir erkundeten Venedig zu Fuß und das schlaucht ganz schön.
Begeistert über die spannende Architektur und das Treiben in den Kanälen, laden überall Lokale zum Bleiben ein. Die Preise horrende, da schlägt der Kellner schon mal ein paar undefinierbare Beträge auf die Rechnung auf, ein Venedigzuschlag eben. Wer die Stadt erleben will braucht mehr als einen Tag. Gerne wäre wir mit dem Schiff die umliegenden Inseln angefahren, doch dafür blieb keine Zeit.
Mein Schatz winkte ab, als ich eine Stadtkarte kaufen wollte…so sind wir zwei Stunden durch enge Gassen geirrt ohne zu wissen was wo wie und wohin. Also ohne Stadtplan läuft nix. Was soll ich sagen, die Stadt auf dem Wasser ist was Besonderes, eine Perle, vom viel prophezeiten Gestank in den Kanalgassen habe ich nichts gespürt…muß man einfach gesehen haben. An diesem Tag schien für uns die Sonne und tauchte das Meer in ein grünblau das sich auf meinen Fotos super macht. Immer wieder denke ich an den Moment wie meine Fotoappart verschwand und das Glück ihn wiederbekommen zu haben.
bin noch nie gesegelt und in meinem Kopf war windstille als wir den Trimaran bestiegen. Mein Liebster hatte sich diesen Wunsch erfüllt und so starteten wir unseren Törn nahe Grado – obere Adria. Wind und Meer bestimmen Ziel und Richtung, da geht es nicht immer nach Wunsch.

Als wir auf den Trimaran steigen beginnt es zu tröpfeln und der Scout entfaltet den Dragonfly und setzt Segel. Plötzlich ist Flaute und Sonne …wir schippern so dahin und warten auf eine frische Briese und die Antwort auf die Frage, wo wir am Abend ankommen werden.

Mir wird schlecht, weil ich seit dem Frühstück nix gegessen habe und mein Gleichgewichtssinn protestiert…das ewige Schaukeln und dieser wacklige Horizont…macht mich besoffen. Ist aber schnell vorbei, als ich ein Tomatenbrötchen esse. Dann frischt endlich der Wind auf und gibt die Richtung vor…es wird Piran sein…einmal quer rüber so 18 km mit vier bis fünf Knoten…ereichen wir die slowenische Kleinstadt in der Abendsonne. Unsere Skepsis, ob es sich in der engen Schlafkabine wirklich pennen lässt, ist überflüssig. Wir schlafen wie die Babys in der Wiege …Sturm und Regen peitschen die Nacht auf unser Kabinen-Dach-Fenster.

Am nächsten Morgen ist es frisch und es regnet und hört nicht auf. Ungwiß wann wir den Rücktörn antreten können. Wir vertreiben uns die Stunden in der Neptunbar am Hafen. Wir surfen im Internet und essen eine Kleinigkeit.
Piran ist eine Perle an der Adria und sehenswert. Der Wetterbericht verheißt nichts Gutes für den späten Abend und so entschließen wir uns…. nach langen hin und her die Überfahrt zu wagen. Gewitterzellen am Himmel führen böhige Winde mit sich. Wir nutzen ein kurzes Zeitfenster wo der Himmel aufklart, die unbeständige Wetterlage in der oberen Adria soll für die nächsten Tage bestehen bleiben. Wir haben Glück und rauschen mit einer guten Briese schnell über die Adria. Bis zu unserem Anliegepunkt schaffen wir es mit dem letzten Tageslicht. Müde und hungrig sind wir glücklich und voller Erlebnisse. Eine Pizza und eine weitere Nacht in der Koje sind das Ende unsere Trimarantörns.
Eine Woche Italien liegt nun hinter mir…sind heute Mittag wieder in Berlin gelandet. Im Gepäck nicht nur schmutzige Wäsche, sondern viele schöne Erlebnisse die erstmal verdaut und sortiert werden müssen. Meine Fotos sind die wichtigsten Urlaubsmitbringsel und so war ich gestern fassungslos, als mein Fotoapparat plötzlich verschwunden war. So oft ich auch die Tasche durchwühlte, er war weg. Wo könnte ich ihn verloren haben? Venedigs Zentrum ist kein guter Ort etwas wieder zu finden. Die Lage schien ausichtslos, aber ein winziger Hoffnungschimmer blieb. Im letzten Lokal sind wir ohne Bestellung aufgesprungen und abgehauen….in der Eile musste ich meine Kamera vergessen haben. Der Kellner erinnerte sich grinsend an die geflüchteten Gäste, dennoch hatte er meine Knipse gut verwart. Überglücklich dankte ich dem Italiener und das war nicht der einzige Vorfall, der bei uns den Eindruck hinterließ in Italien sind die Menschen großzügig offen und freundlich.
Wieder daheim…lüften, auspacken, Bilder sortieren, die Waschmaschine will nicht mehr und braucht den zweiten Neustart und es ziehen Regenwolken über Berlin. Bin zurück – später mehr.
Rot ja rot sind alle meine Kleider, …ein Kinderlied aus vergangenen Tagen. Ich stand unentschlossen vor dem Spiegel, als ich mich für die Reise zu Mutter und Schwester anzog. Rotes gab und gibt es in meinem Schrank kaum. Diese Farbe wähle ich nie, …genau wie ich keine Rosen will, sondern lieber Feldblumen.
Kürzlich fiel mir jedoch auf, das Rotes einen neuen Platz in meinem Leben findet. Beginnt mit diesem roten Auto in meinem Header, der Schrift in meinem Blogmenü. Vor einigen Wochen begeisterte mich das Shirt mit roten Zierfäden und ich suchte gleich ein passendes rotes Tuch dafür.
Meine Schwester ist eine ruhige unauffällige Frau. Sie hat seit Kindertagen eine Vorliebe für Rotes. So sitzen wir nah bei einander rot in rot. Ein schöner Pfingst-Besuch in Halle bei Eis und roten heißen Himbeeren.







