…und ihre Aquarellmalerei

Krisen

Eine Rechnung ist neutral und es ist meine Sache sie zu werten. Bin heute Morgen guter Dinge zum TÜV. Ja, es sind schon wieder zwei Jahre vergangen seit ich meinen Mitsubishi kaufte. Klar, der Auspuff klingt tief und sportlich und der Warnblinker geht garnicht,  dass die Scheinwerfer so trübe ausssehen, war schon immer so….und mhhhh hoffentlich nicht mehr.

blau-auto“Das ist aber Pech, dass sie ausgerechnet an den super genauen jungen Prüfer geraten”, sagt mein Autohändler von einst. Wenigstens sieht er meinen Schrotthaufen jetzt mal von unten.”Autos stehen sich schon mal kaputt”, meint er…meiner ist nur 6 Tkm in zwei Jahren gefahren…”und die Japaner rosten schnell”. Lange Rede kurze Rechnung pie mal Daumen vom Chef… “ca. 700 Euro” …mit einer unbekannten Größe, dem Warnblinker Ersatzteil. Damit hätte ich nun garnicht gerechnet. Wenn ich weiter Auto fahren will, heißt es zahlen oder abmelden.

Auf dem Autohof steht immer noch mein blauer Nissan Micra….und das schon länger als ein Jahr. Im Tausch gegen den Mitsubishi- (Sonderangebot nur für mich) -  zwei neun… all inklusiv diesmal. Gefällt mir alles nicht. Es kommt der Winter und ich könnte mich wieder auf Bus und Bahn verlassen, den TÜV vergessen… noch einen Monat fahren… Schrotthaufen für 200 Euro abgeben und gut ist. Dann steht aber mein bezahlter Parkplatz leer…das geht auch nicht…und ich habe mich mühsam an’s wieder fahren gewöhnt. Kommt Zeit kommt Rat…Morgen fahre ich den Micra Probe…und habe schon mal rungehört was andere für den Colt  geben…so gut wie nix.

ein Picknick auf dem ehemaligen Tempelhofer Flugplatz, eine Landwirtschaftsausstellung in Paaren, ich habe jede Menge Optionen für diesen Herrentag.  Es ist Vormittag und ein Regenguß jagt den nächsten, das wird auch so bleiben, sagt der Wetterbericht. Noch ist nichts entschieden.

hacker

Gestern entdeckte ich durch Zufall das Kuckucksei auf unserer Webseite. Zwei unbekannte Benutzer hatten sich als Administrator angemeldet. Wie das? …sofort löschen…und mir schwant, das wird nichts nützen. Hilfe für Hackerangriffe fand ich bei joomla.   Garnicht lange fackeln alle Daten sind nun gelöscht. Also sitze ich hier und bringe die Webseite  wieder zum laufen.  Der Tag ist noch lang und ich habe immer die Wahl.  Unausgeschlafen und unsortiert beginnt dieser Herrentag, denn ich fand heute Nacht nicht ins Bett…meine Müdigkeit will vertrieben werden. Ich koche mir noch einen starken Kaffee und dann geht es an die Arbeit.

Mein innerer Antreiber hat eine lange Liste parat, die ich abarbeiten soll. Irgendwas bockt und sabotiert mich. Meine letzte Woche  war lang und anstrengend… sechs Arbeitstage.  Ich höre nicht richtig, ich sehe nicht richtig, mein Haut schlägt Falten, das Bäuchlein ist gewachsen…unliebsame Arbeitsaufträge…so entsteht eine Meckerliste der Unzufriedenheiten.

stiefmutterDieses Auf und Ab ist normal und ich lese es auf vielen Blogs. Mein Abnehmprogramm schlägt Haken. Die erste Woche lief alles wunderbar, Soll und Ist- Statistik erfreulich. Die Waage belohnte mich prompt. Sie ist auch nachsichtig wenn ich euphorisch und tagelang sündige, doch ich ahne es nicht nur, ich weiß es…dann kommt die Quittung für das Pommes-Abendessen, Eis und Schokolade…Sofort ist jeder Elan dahin und das Ernährungstagbuch bleibt leer…Auf Negativbilanzen hab ich keine Lust, die blende ich lieber aus.

Trotzdem habe ich heute mein Lieblingsfrühstück genossen und meine Waschmaschine hat aufgehört zu grummeln, Zeit sich um den Haushalt zu kümmern. Noch ist kein Fenster geputzt und draußen lacht die Sonne auf wolkenlosem Himmel…es ist alles nur gefühlt und zieht vorüber wie eine Wolkenfront. Weiter geht’s stellen wir uns also auch den negativ-Gefühlen.

EisfallHallo meine Lieben Blogleser. Da bin ich wieder – zurück aus dem Osterwochenende. Mein Internetsurf-Stick war leer, weil das Navi so viele Bytes verbauchte, so kann ich erst heute ein Laut geben. Draußen geht gerade glutrot die Sonne unter und das lässt hoffen.

Wie verlief also der Kampf mit meiner Autobahnphobie? Sagen wir mal so, ich bin heil hin und wieder zurück gekommen. Zuversichtlich und mutig bin ich auf die Autobahn und hielt drei Abfahren durch, ehe ich weiter über die Landstrassen zuckelte. Das konnte ich noch als Erfolg gelten lassen, aber die Rückfahrt war dann unakzeptabel, wenn ich es in Noten ausdrücken soll. Und vielleicht liegt genau hier der Fehler, mich ehrgeizig mit Schulnoten zu maßregeln.

Ja, ich habe einen irrational langen Umweg gemacht, als würde das helfen meine Angst auszutricksen…aus 97 km wurden 130. Das ist scheiße, dann hatte ich auf der ziemlichen leeren Landstrasse freie Bahn und jede Menge Mißempfindungen und Unsicherheiten. Also die Note vier.

Ich kann es aber auch so sehen…habe mein Ziel  trotz Umwege, lange Fahrzeiten und Ängsten erreicht. Wen interessieren hier Bestnoten. Und ich gebe das Autofahren auch nicht auf… denn solche Gedanken hatte ich unterwegs auch.

Allen einen guten Wochenstart

 

 

Ich habe es so satt und kann nicht aufhören darüber zu lamentieren, warum es  wie verrückt schneien muss,  wo ich gerade jetzt einhundert Kilometer fahren will…in Richtung Neuruppin…in den Wald nach Molchow. Als ich das letzte  Mal dort war, war tief verschneiter Winterwald im Dezember, und ich war nur Beifahrerin… nun ist es Ostern und es liegt genauso viel Schnee.

Sorge dich nicht, sage ich mir und fahre einfach los, …wirst schon sehen was dich auf dieser Reise erwartet. Noch habe ich mich für keine  Fahrstrecke entschieden…am sinnigsten wäre wohl die Autobahn zu nehmen, aber da ist ja immer noch meine Autobahnphobie. Vielleicht ist das  eine Gelegenheit die endlich hinter mir zu lassen. Melde mich morgen zurück.

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..

Sonntagabend fuhr ich wieder heim, die  Sonne im Rücken, nachdenklich, aufgeweicht und irgendwie traurig. Welch ein Glück, dass ich gestern noch Urlaub hatte und mein Seminar ausklingen durfte. Worum ging es und was habe ich erlebt. Eine Gruppe von vierundzwanzig Menschen,  die meisten stehen in der Mitte ihres Lebens mit der Frage, wie kann es weiter gehen, was gibt es noch, wo ist ein Feld das unbeackert, eine Erfahrung die ungelebt, eine Krise zu meistern…..

Mein Herkules hat nicht das Bedürfnis für eine spirituelle Auszeit…”da wird dir am Ende die Spur verstellt”, sagt er nicht ohne ein mulmiges Gefühl, denn ich könnte heim kommen und zwischen uns ist plötzlich nichts mehr wie es war. Darüber grinse ich einfach, es ist genau der Sinn, die Spur zu verstellen, den Blickwinkel ändern über Grenzen zu gehen.

Was haben wir genau gemacht:  geatmet, getanzt, meditiert, berührt, sauniert, in Öl gebadet, gelacht, geweint …in der Gruppe ist das eben eine neue Erfahrung. Ich hoffe das wirkt noch eine lange Zeit und vielleicht entscheide ich mich solche Auszeiten öfter zu nutzen.

manchmal komme ich mir vor wie ein Haustier, das regelmäßig gepflegt, gestreichelt und geliebt wird. Ich bin wichtig und Herkules tut alles unsere Beziehung zu erhalten. Aber kann sie auch wachsen? Moniere ich….und fühle mich wie ein Chinchilla-Weibchen in seinem Käfig. Nun wollen wir nicht ungerecht sein…”genau genommen geht es uns doch gut”…sagt mein Liebster.  Ja, er hat Recht…wieder mal rüttle ich an den Grenzen unserer Dreiecksbeziehung, Zweifel und die Winter-Ausklang-Depression….der Wunsch umzupflügen. Bleib ruhig, sage ich mir…abwarten…wie schnell wird eine diffuse Unzufriedenheit plötzlich zum Sturm. Wir glauben alles  in der Hand zu haben und da ist dieser innere Kern der sein Eigenleben führt. Ehe wir uns umschauen übernimt er die Zügel und rast mit den Gäulen davon.

“Lasse uns mal ne’ Kaffeepause machen”….der Vorschlag kommt bei Herkules garnicht gut an…Kaffeepause ist das Synonym für Distanz und Lösung…muss aber nicht sein, sage ich, könnte auch einen frischen Fahrtwind erzeugen  eingefahrene Gleise zu verlassen. Da ist die Angst meinen Herkules zu verlieren, wenn ich mir und meinen Ansprüchen treu bleiben will.

alles dreht sich,  die Welt schwankt wie die Planken eines Seglers bei Seegang. So geht es mir als ich aus dem Bett springe. Ich habe Dienst und trinke erstmal ein großes Glas Wasser. Und nein ich bin nicht besofffen, habe gut geschlafen. Vielleicht legen sich meine Drehschwindel nach einem anständigen Frühstück. Mein Blutdruck ist vielleicht zu niedrig und ein Kaffee könnte helfen. Als ich nach einer weiteren  halben Stunde die Welt immer noch vor meinen Augen verschwimmt, rufe ich auf Arbeit an und melde mich krank. Mir ist schlecht und ich hoffe das Frühstück bleibt im Bauch. Da habe ich mir wohl ein Problem an den Hals geholt und ich ahne, dass es möglicherweise vom  Halswirbel kommt…Badminton ist wirklich schädlich, wenn man es nicht gewöhnt ist.

Nun verbringe ich den Tag auf meiner Couch mit Buch und Tablet, einem Tee und Radiomusik. Meine Kollegen tun mir leid, sie werden heute ohne Pause durch telefonieren ich bin nicht die einzige Kranke.

ist das Brot aber heute knusprig, dachte ich, als es unter meinen Zähnen knirschte. Hätte ich vorher nicht den Riss in meinem Zahn begutachtet, wäre ich nie auf die Idee gekommen. So spukte ich den Bissen aus und fand nur noch die Hälfte meiner Keramikkrone. Der Restabend war nur durch viel Ablenkung zu ertragen, auf bohrende Fragen meines Liebsten…was denn nun wird, schwoll mir der Kamm…wollte ich garnicht erst antworten…später.

Später, das war dann heute morgen, als ich eine Sondersitzung bei meiner Zahnärztin hatte. Menschlich logisch, dass ich eine neue Krone brauche und nicht’s dafür bezahlen brauche, die Garantie war noch nicht abgelaufen. Aber wer weiß, vielleicht bekam ich ja doch “April April” zu hören. Nein alles wird gut, das Provisorium sitzt und alles wird neu gemacht.

Mein Surflimit ist ausgeschöpft und so werde ich in nächsten Tagen wenig online sein, aber es soll ja wärmer werden und der Februar ist auch bald.

Habe Lust auf ein neues Susisorglos Web-Kleid …

 

vor einer Woche vermissten wir unsere Kollegin. Es war glatt auf unseren Strassen und auf ihrem  Arbeitsweg, konnte allerhand passieren. Als sie nicht kam, zählten wir eins und eins zusammen und da war dieser Stau und der zerschmetterte Twingo mitten auf der Autobahn. Es war ihr Auto. Der Krankenwagen am Unfallort, war nicht für meine Kollegin gekommen. Er kam für die Frau die erste Hilfe leisten wollte. Was sie im Twingo unserer Andrea sah, löste einen Schock aus. Uns Kollegen reichten schon die Bilder vom zertrümmerten Wagen und  das vorquellende Blut.

Kaum fassbar, aber meine Kollegin starb vor ein paar Tagen auf dem Weg zur Arbeit. Ich kannte sie dreizehn Jahre und sie hatte sich so auf ihren Ruhestand gefreut. Im Sommer war sie sechzig geworden. Ein Trost, “sie brauchte nicht leiden”, sagten die Einen. Als sie aus ungeklärter Ursache die  Kontrolle über ihren Wagen verlor, knallte es zweimal und danach war ihr Leben vorbei.

Gedanken  über den Tod und das Sterben, machten auf Arbeit die Runde. Das Tratschen und Reden tat gut und langsam lassen die schrecklichen Bilder und Vorstellungen über den Unfallhergang nach. So schnell geht das. Ich möchte nicht so plötzlich von der Welt verschwinden, ein paar Tage Zeit für meinen Abschied  vom Leben,…das wäre mir recht. Doch dieses Ereignis lässt mich fleißiger an meinem biographische Projekt arbeiten und mal wieder einen Post schreiben.

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