…und ihre Aquarellmalerei

In dieser Zeit war ich das erste Mal verliebt.
Ich hätte es nie so genannt, doch heute weiß ich, das Diggi, die schwatzhafte gutmütige Diggi meine engste Freundin wurde. Sie kam jeden morgen mit dem Schulbus und ihre gute Laune steckte an. Ihre rotblonden Haare waren zu kleinen Zöpfchen gebunden und ihr Körper etwas rundlich. Wir waren unzertrennlich und schlichen am Nachmittag durch das Schulgebäude und klauten Ableger von verschiedenen Blumentöpfen. Sogar Doro staunte, als ich nach Tontöpfen und Blumenerde verlangte.
Im Deutschunterricht saßen wir nebeneinander und kneteten zärtlich unsere Hände, als hätten wir Angst uns zu verlieren.
Gelegentlich kam eine scherzhafte Bemerkung von Manfred über unsere Unzertrennlichkeit.
Jeder Tag in der Schule war nun ein Abenteuer mit Diggi und den anderen aus unserer Klasse. In dieser Zeit schrieben wir im Unterricht kleine Zettel, Liebesbriefe und Botschaften. Sie flogen quer durch die Klassenräume und erzeugten ein ganz neues Kribbeln. Ich bekam viel Post von Birgit. Sie gehörte zu den besten Schülern, war klein und zierlich und hatte himmelblaue Augen.

Ich fand sie schön. Es bildeten sich Freundschaftspaare und es war wichtig jemanden zu haben der mit einem „geht“. Es war quasi ein Markenzeichen. Birgit wollte mit mir befreundet sein und auch Dagmar. Sie war ein stolzes und intrigantes Mädchen, das viel krank war. Ruthchen meinte, sie hätte ein zu großes Herz. Dann kam der Tag, als Birgit zur Kur musste. In dieser Zeit begann ich das erste Mal Tagebuch zu führen. Birgit schrieb mir Briefe mit schmeichelndem Inhalt über Freundschaften. Ich fand es spannend sie zu lesen. Doch meiner Diggi blieb ich treu und Birgit konnte mir nicht das Versprechen abringen, sich mit ihr zu verbünden und Diggi sauen zu lassen.
Wie Birgit es schaffte ist mir bis heute ein Rätsel, wie konnte ich annehmen, dass sie nur mir alleine arrogante und altkluge Briefe schrieb. An dem Tag als Birgit wieder unsere Klasse betrat, erklärte Diggi mir kurzerhand, sie sei jetzt mit Birgit zusammen.
Sie hatte mir den Laufpass gegeben, einfach so, ohne jede Erklärung von einem Tag auf den anderen. Ich stand da und verstand nichts.
Sei nicht traurig und so ist nun mal das Leben, stand in einem höhnischen Brief von Birgit.
Ich litt unter Liebeskummer, aber irgendwo regte sich meine stolze und kämpferische Seite. Ich dachte nicht daran Diggi nachzulaufen sie zurück zu gewinnen. Sie hatte sich für Birgit entschieden und unsere süße Vertrautheit ein für allemal zerstört.

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