…und ihre Aquarellmalerei

Wenn ich nach der Arbeit meine Wohnungstür aufschließe überkommt mich Freude. Ich mag mein Zuhause und werde niemals den Tag vergessen, wie ich vor fast fünf Jahren endlich den Wohnungsschlüssel bekam. Schon vorher lief ich dauernd am Haus vorbei um zu schauen ob mein Namensschild angebracht oder Handwerker zu sehen sind.
Ungelogen, ich zählte Stunden und am ende Minuten bis ich den Schlüssel in meiner Hand hielt. Das freudige Herzklopfen war ein Zeichen wie nötig der Ausstieg aus meiner Ehe war.
Dass ich nicht viel mitnehmen konnte und wollte war mir egal, Geld für eine neue Einrichtung  hatte ich  keines. So war mein neues Heim voll von Provisorien. Im Keller fand sich ein mottenzerfressener Schamanenteppich. Gut abgesaugt war er ein Farbtupfer in meiner Stube. Bananenkisten als Schrankersatz und ein altes Regal für meine Bücher, das musste reichen. Mit umgezogen ist auch der Designerglastisch, den mein EX zerschmettert hat. Bis jetzt liegt nur eine Not-Glasplatte drauf.

heim

Doch wenn ich heute in meine Stube komme, registriere ich wie die meisten Notlösungen verschwunden sind. Fünf Jahre hat es gedauert mein Zuhause mit Dingen zu füllen die mir gefallen. Die Gardine im Schlafzimmer wird nicht mehr gewaschen, sondern fliegt nun endlich weg. Unser Kater hat damals seine Krallen in den Stoff geschlagen und einen langen Riss hinterlassen. Vor ein paar Tagen habe ich einen passenden Flurläufer gekauft und besonders in den dunklen Wintermonaten ist meine heimelige Wohnstube tröstlich, wenn es draußen stürmt. Das brauche ich.
Vor einem Monat lud mein Ex mich ein; “komme doch mit rauf”… Neugierig sah ich mich um in den vier Wänden die früher auch meine waren.
Es ist fast alles beim Alten, nur der Schimmel über dem Fenster sagte mir dass hier schlecht gelüftet wird. Ein paar Nippes …warum hatte ich die zurück gelassen? Die Waschmaschine ist zwanzig Jahre alt und läuft immer noch. Auf den Nachhauseweg atmete ich tief durch und freute mich auf mein Zuhause.

5 Antworten auf mein Zuhause

  • Roland sagt:

    Bei diesen Sätzen kann ich sehr gut einfühlen.

    Was die Wohnung von deinem Ex anbelangt, auch das kann ich nachfühlen.
    Mir blieb auch mal eine ganze Wohnungseinrichtung.
    Männer sind da pragmatischer. Ok, das Bett mußte raus. Aber wenn die Waschmaschine läuft dann braucht es keine Neue. Und wenn die Bücher im Schrank stehen bleiben braucht es keinen neuen Schrank. *gg*

    Ok, mit den nächsten Umzügen ist dann so nach und nach alles verschwunden. Aber manches war nicht so ohne zu entsorgen.

    Wenn ich ehrlich bin, in meiner ersten Wohnung in der alles etwas notdürftig war, man am Boden schlief, diese Wohnung bleibt unvergesslich.

  • Meike sagt:

    Hi Susi!
    Das ist irgendwie ein total schöner Artikel. Ich finde, es ist sooo wichtig, dass man sich in seinem Zuhause wohlfühlen kann. Schließlich ist das ja auch Ruhe- und Schutzraum, auch energetisch. Ich habe deine Zeilen mit Freude gelesen.
    Liebe Grüße!
    Meike

  • Charly sagt:

    Hallo Susi,

    ist schön geworden mit der neuen Einrichtung. Gefällt mir. Gut Ding brauch Weile – kenne ich nur zu gut. Aber man lernt sich in Geduld zu üben, und irgendwann wird es dann doch wie man es sich wünscht. Dann ist die Freude um so größer, und die Wertschätzung auch. Geblieben nach 5 Jahren ist aber deine Zimmerantenne. Nicht alles ist neu ;-)

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende

    Charly

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