…und ihre Aquarellmalerei

Arzt

ist das Brot aber heute knusprig, dachte ich, als es unter meinen Zähnen knirschte. Hätte ich vorher nicht den Riss in meinem Zahn begutachtet, wäre ich nie auf die Idee gekommen. So spukte ich den Bissen aus und fand nur noch die Hälfte meiner Keramikkrone. Der Restabend war nur durch viel Ablenkung zu ertragen, auf bohrende Fragen meines Liebsten…was denn nun wird, schwoll mir der Kamm…wollte ich garnicht erst antworten…später.

Später, das war dann heute morgen, als ich eine Sondersitzung bei meiner Zahnärztin hatte. Menschlich logisch, dass ich eine neue Krone brauche und nicht’s dafür bezahlen brauche, die Garantie war noch nicht abgelaufen. Aber wer weiß, vielleicht bekam ich ja doch “April April” zu hören. Nein alles wird gut, das Provisorium sitzt und alles wird neu gemacht.

Mein Surflimit ist ausgeschöpft und so werde ich in nächsten Tagen wenig online sein, aber es soll ja wärmer werden und der Februar ist auch bald.

Habe Lust auf ein neues Susisorglos Web-Kleid …

 

Liebe Leser, heute fand ich  den  langen  Brief einer Blogleserin, die wie ich unter ihrer Autobahnphobie leidet.   In meiner Antwort habe ich  zusammengetragen was ich dazu weiß und sagen kann.  Da mein Blog oft unter den Suchworten „Autobahnphobie“  angeklickt wird, möchte ich meine Hinweise und Erfahrungen hier für alle einstellen.

Die Phobie im Allgemeinen hat immer Ursachen und ist nur die Spitze eines Eisberges, oft gibt es eine unbewusste  Schwierigkeit, einen Konflikt, eine anstehende Veränderung vor der man scheut. Als Ventil sucht sich der Körper bei manchen Menschen,  ein ungefährliches Ersatzobjekt. So wird stellvertretetend eine Phobie als  Ausweich-Problem-Kampffeld  erzeugt.
Es wird  von Experten geraten  nicht nur und zu sehr nach der Ursache zu suchen, sondern gleichzeitig Strategien zu finden damit umzugehen. Wenn ich zum Beispiel eine Vermeidungshaltung aufbaue, weitet sich die Phobie  auf andere Bereiche aus.

(habe ich bei  mir auch beobachtet, es wurde plötzlich schwierig auch auf Schnell-Straßen zu fahren etc.)

Tipp:
Sich sanft der Angst stellen, trotzdem fahren. Still beobachten was in Dir vorgeht;
Fragen: Wovor  habe ich genau Angst;  woran erinnert mich das; wie hat es angefangen; gibt es ähnliche Situationen im Alltag die keine Angst auslösen, aber Unbehagen? Wann wird sie stärker und wann weniger schlimm;   Was müsste ich meistern, wenn die Angst  nicht mehr da wäre? Die Angst ist eine Chance sich ungelösten Probleme zu stellen.
Wenn es beim Üben und „Sich stellen“  nicht so  gut läuft, nicht geißeln. Mit “zwei Schritten vor,  einem zurück“, komme ich auch voran. Das Wort schnell musste ich für mich streichen, zwingt mich die lästige Phobie anzunehmen.

Nichts mit Gewalt -  phobische Menschen sollen angeblich ehrgeizig und  sensibel  sein und  gerne alles unter  Kontrolle behalten.  Ich musste akzeptieren, dass ich etwas nicht gut kann,  Fehler mache und hinter dem Durchschnitt zurück bleibe. Hier bin ich sanft und nachsichtig  geworden.
Eine Zeit lang hatte ich in Gedanken dauernd diese Autobahnphobie,  und damit mein blödes  Problem im Kopf. Tatsächlich verschlimmert „ewiges sich damit beschäftigen“  die Lage. Im  Kopf wird das Fehlverhalten erst richtig breit getreten, wie ein ausgefahrener Weg.

Es ist zum Lachen:
Wenn ich entspannt fahre und an was anderes denke, bin ich schnell und sicher unterwegs…und plötzlich wird mir das bewusst…ich werde unruhig…kontrolliere auf einmal den Tacho…mein Verstand meint  „Donnerwetter ganz schön schnell“, …eben war noch alles ok und dann kommt das  unsichere Angstgefühl…der Kopf macht  den Stress, die Gedanken, das Vorwegnehmen einer Katastrophe, eines Misserfolges und doch lässt er sich  nicht einfach abschalten.
Fehlverhalten muss mühsam verlernt und durch Neues ersetzt werden.

im warsten Sinne es Wortes dreht sich mein Konflikt um:

alles  bestimmen zu wollen, ehrgeizig das Bestes rauszuholen, und immer die Kontrolle zu haben. Ich mache mir Druck. Meine Autobahnphobie ist ein Wiederstand gegen das “sich ständig  unter Druck setzen”. Kann aber bei Jedem anders sein.

Einfach Susi Sorglos sein,  annehmen was kommt,  sich treiben lassen, los lassen ist meine Aufgabe und tut mir gut. Letzlich liegt die Lösung in der Mitte, als  Suche nach dem rechten Maß.

  • ordentlich   Gas geben,…………………..       -> mit dem Strom schwimmen
  • schalten und walten   ………………….-> lasse andere machen  gib ab
  • alles im Griff haben………………………      -> vieles  rollt von allein
  • überholen vorbeiziehen ………………….   -> ich muss kein Rennen gewinnen
  • am Rad drehen………………………. -> lasse dich mitziehen und schaue wo es dich hin spült

Ablenkung in der Fahrsituation hilft,  wenn es ganz schlimm wurde habe ich laut von 100 rückwärts gezählt, bis die Angst nachließ. Langes langsames Ausatmen, sich auf die Atmung oder etwas Anderes konzentrieren.  Sich  Fehler erlauben.
Nicht von Wegen,  Zielen und Wünschen  abhalten lassen z. B. wegfahren. Evtl. vorübergehend  andere Wege finden. Ich  mache was ich will und fahre wohin ich  will,  dann eben langsamer und mit Umwegen, …auch öfter  mal mit dem Zug, das zu akzeptieren macht frei. Die ehrgeizige innere Stimme, “du mussssst es schaffen mit Auto zu fahren, oder bist gescheitert” , dieses Alles oder Garnichts,  habe ich ausgeschaltet.
Das stärkt mein Wohlbefinden mehr,  als wenn mir was verkneife oder aufzwinge, aber dennoch sanft gegen den Wiederstand arbeite.

Meine Autobahnphobie ist jetzt nicht mehr  vordergründig präsent. Ich spüre plötzlich wie normal das Autofahren wieder ist, entspannt, sicher  und mit wenig  Mißempfindungen.  Trotzdem habe ich meine Fahrten über die Autobahn noch nicht  gemeistert,  aber viele kleine  Schritte getan,   bei  mir heißt das,  entspannt und sicher Kurven und Schnellstraßen fahren, ein akzeptables Geschwindigkeitsmaß und die Erlaubnis, nicht immer  zu funktionieren…aber dafür immer öfter ;-) Vertrauen ins Autofahren und Routine aufbauen.

Dann habe ich gelesen, dass Autobahnphobie nicht gleich Autobahnphobie…Der Eine kann die leere breite glatte Straße nicht ab,  der Andere die vielen Autos,  wieder Einer den Druck schnell fahren zu müssen.  Auch als Beifahrer haben viele Angst, weil sie keine  Kontrolle haben.  Auch ich bin eine nervige Beifahrerin, geht  aber  noch leidlich gut, besser als  selber über die Autobahn zu fahren.
Schaut auch mal unter dem Link:

http://www.agoraphobie-info.de/

Keine Angst vor der Angst - Titel der Zeitschrift: Psychologie Heute – Compakt 30 2012

(Heft ist wirklich Spitze und Jeder findet hier Infos und Tipps für seine Situation)

Ich bin keine Therapeutin, habe die Lindenmethode probiert. Das  sind Meditations-CDs mit   Affirmationen und  der Aufforderung, auch wenn es schwer fällt, sich der Angstsituation zu stellen.

Akzeptiere die Situation, beobachte Dich und beantworte Dir ein paar Fragen, analysiere hin und wieder die Lage und dann übe, sei nachsichtig mit Dir und sanft. Freue Dich über jeden kleinen Fortschritt. Lebe und tue Dir Gutes, lasse Dich von nix abhalten…finde ein paar Tricks und Hilfsmittel die für Dich passen. Mache nicht zu großes Brimborium um die Phobie, sonst nährst Du sie noch, lasse sie nicht fett werden.
Ich fand unheimlich gut was ich irgendwo gelesen habe…“finde heraus  was Dir die Angst sagen will“, sie ist ein nützliches wichtiges  Gefühl,  ohne das die Menschen nicht existieren würden.
In diesem Sinne wünsche ich allen Autobahnphobie – Geplagten viel Glück und gute Fahrt.

Eure

Susi Sorglos

Gestern war das linke Auge dran… Laserstrahlen sollen die Netzhaut antackern. Es sind zwar nur wenige Sekunden und trotzdem unangenehm. Das Auge fühlt keinen Schmerz, aber dieser Laser sticht doch spürbar in den Kopf. Das  bedeutet Augenpflege, ein paar  Tropfen und vor allem weder Lesen noch lange am PC sitzen.  Ein guter Grund die Wohnung zu putzen und einfach ein Hörbuch abzuspielen. Trotzdem surfte ich gestern im Netz nach Handytarifen. Wenn ich bald mein Smartphone habe, lohnt  es darüber nachzudenken, ob ich nicht auf  Telefonkabel für Festnetzt und DSL verzichten will und kann,  freue  mich drauf, noch ist Zeit für eine Entscheidung. Als Optimistin habe ich heute mal verloren. Kurz nachdem ich die Wäsche raushängte begann es zu schütten und jetzt wird sie Regen-weich-gespühlt ;-)

“Ich habe da eine Bitte”, sagte mein Chef. “Können sie heute nicht eine Stunde länger machen?”. Oh ne, denke ich und feilsche um diese eine Stunde, handle sie runter auf eine Halbe, um nicht ganz abzulehnen. Ja, was soll es. Es ist mein letzter Arbeitstag und diese eine Stunde… halbe Stunde schaffe ich auch noch, aber  jetzt ist Urlaauuuuuuuubb ;-) Ich habe die Tage gezählt und im Geiste schon die  Tasche für unsere Norwegenreise gepackt. Zeit mit Herkules – nur wir Beide. Wir  kommen durch Jütland und ich habe schon Bilder vom Meer und viel Sanddünen im Kopf, bin gespannt auf neue  Eindrücke.

Aber noch ist es nicht so weit, noch bleibt mir das Wochenende und morgen der Termin beim Augenspezialisten. Ich muß den Bus nehmen und eine Sonnenbrille, hoffentlich komme ich da sehend wieder raus. Wir werden sehen.

 

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