…und ihre Aquarellmalerei

frust

manchmal komme ich mir vor wie ein Haustier, das regelmäßig gepflegt, gestreichelt und geliebt wird. Ich bin wichtig und Herkules tut alles unsere Beziehung zu erhalten. Aber kann sie auch wachsen? Moniere ich….und fühle mich wie ein Chinchilla-Weibchen in seinem Käfig. Nun wollen wir nicht ungerecht sein…“genau genommen geht es uns doch gut“…sagt mein Liebster.  Ja, er hat Recht…wieder mal rüttle ich an den Grenzen unserer Dreiecksbeziehung, Zweifel und die Winter-Ausklang-Depression….der Wunsch umzupflügen. Bleib ruhig, sage ich mir…abwarten…wie schnell wird eine diffuse Unzufriedenheit plötzlich zum Sturm. Wir glauben alles  in der Hand zu haben und da ist dieser innere Kern der sein Eigenleben führt. Ehe wir uns umschauen übernimt er die Zügel und rast mit den Gäulen davon.

„Lasse uns mal ne‘ Kaffeepause machen“….der Vorschlag kommt bei Herkules garnicht gut an…Kaffeepause ist das Synonym für Distanz und Lösung…muss aber nicht sein, sage ich, könnte auch einen frischen Fahrtwind erzeugen  eingefahrene Gleise zu verlassen. Da ist die Angst meinen Herkules zu verlieren, wenn ich mir und meinen Ansprüchen treu bleiben will.

Dieses wohlige Sonnta-morgen-gefühl stellt sich heute aber auch garnicht ein.  Als ich die Augen öffne ist es noch dunkel und jeder Versuch wieder einzuschlafen scheitert. Also stehe ich auf und beginne mit Frühsport. Plötzlich wird mir  schlecht und ich breche ab, wirst doch nicht schwanger sein 😉 dauernd diese Übelkeit. Über den Witz kann ich lachen,  koche mir einen Kaffee und fülle meinen Magen, ehe ich  den Rechner starte.  Gehe es endlich an, dieses Problem, das deine Nachtruhe stört. Ich habe eine Webseite zu basteln mit Video Loginmaske für Autmailresponder. Inzwischen ist es Mittag, der Magen knurrt und ich gebe auf. Beiße mir die Zähne aus und finde kein deutsches Plugin das hilft. Nun ist Schluss freue mich auf den Nachmittag mit meinem Schatz.

 

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Mein Bügelbrett steht seit Tagen im Wohnzimmer und wartet auf die Abarbeitung des Wäscheberges…Heute wird das auch wieder nix…Ich habe  statt dessen am Layout-Generator gedreht und auf meine Designkriktiker gehört. Susis Blog – Layout ist jetzt noch schnörkelloser… dieses durchscheinende Pflanzengestrüpp auf den Hintergrund ist rausgerissen,  weil es beim Lesen stört. Bei der Gelegenheit habe ich gleich das Favicon ausgetauscht und konsequent als Profilbild für alle Anwendungen geändert. Ein wenig deprimiert bin ich schon, aber das gibt sich, denke ich mir…habe  den Versuch mich durch ein Pseudonym zu tarnen endlich aufgegeben. Ich bin längst überall sichtbar und zu finden…was soll es …egal…

Nur so, … ein paar Ideen sammeln, einfach umsehen, dachte ich und fuhr  zu Möbel Porta. Seit der Wohnzimmer-Maleraktion ist die Wand über meiner Couch weiß. Das alte Bild gefällt mir nicht mehr, ich  suche ein Neues.

Danach wollte ich ins Eiscafe und musste bei  Biba Mode  vorbei, …  traumhaft tolle blaue Kollektion hat was – dafür auch nicht  billig. Drei Verkäuferinnen stürzten  sich auf  mich und der Berg in der Umkleide wuchs ….und meine schlechte Laune. Ich wollte doch garnichts kaufen, …aber dieses blaue Kleid…du hast  kein Kleid mehr im Schrank…es ist zu teuer…wenn ich ohne Kleid gehe kriege ich ein Depri und wenn nicht, dann ist meine Urlaubskasse halb leer.

Ich habe fast die ganze Kollektion anprobiert und bin dann doch mit meinem Kleid raus…ein Eis essen.

 

 

schnittich muss noch, …mich auf die Couch legen und meine Meditations-CD hören. Das mache ich seit zehn Tagen, ein Baustein gegen meine Autobahnphobie…psst …nicht drüber reden…hilft aber auch gegen Ärger im Allgemeinen und im Besonderen.

Vor drei Tagen hielt ich es nicht mehr aus. Ja, es kündigte sich an, drückte von innen und dominierte mein Denken. Um meinetwillen nahm ich mit klopfendem Herzen den Telefonhörer und rief Mutter an. Ich kroch quasi zu Kreuze und sie hatte einen frischen Plauderton in der Stimme. Meine Schweigesekunden zeigte ihr ganz schnell, … plaudern ist nich, ich wollte Klärung. Also, warum hast du….u.s.w. …kannst mich ja für altmodisch halten, aber Herkules  ist ein verheirateter Mann und deshalb will ich ihn nicht auf meinem Geburtstag haben.  Warum sagt mir mein Bauchgefühl das ist nicht der wirkliche Grund.  Ängstliche schwarze Gedanken haben viel Spielraum im Leben meiner Mutter, die sich nur zwischen toten Büchern und Computerspielen bewegt, das Leben kennt sie seit Jahren nur aus seichten Fernsehsoaps. Ich verstehe sie nicht mehr, zwischen uns liegen Welten. Ich bin enttäuscht, dass meine Mutter nicht die weise Dame ist, mit ein wenig Courage und einen winzigen Heiligenschimmer. Nur eine kleinkarierte einsame Frau, die gerne tratscht und noch ein paar unaufgearbeitete Zwistigkeiten im Keller züchtet.

Apropos wütend, hatte ich heute einen hysterischen Kunden der sich nun gar nicht mehr einkriegen konnte. Manchmal, wenn auch sehr selten, geht es nur um’s Wut ablassen. Jeder Versuch konstruktiv zu sein, wird durch eine neue Schimpftirade beantwortet. Nachdem ich es aufgegeben hatte, legte ich den Hörer zur Seite, der Mann wurde zum kleinen Mann in einer Hörermuschel wild auf und ab hüpfend ließ ich ihn zappeln und legte dann auf. So brandet Ärger weiter, wie eine Welle. Ich brauchte relativ viel  Zeit bis mein Kopf wieder klar und der Puls auf normal.

weil ich meistens fit wie ein  Turnschuh bin, sehe ich meine Ärztin selten. Doch der Montag dieser Woche war die Gelegenheit, sie nach einer  Hilfe wegen meiner Autobahnphobie zu fragen. Viel habe ich nicht erwartet und Wunder dauern länger. Die Krankenkasse druckte mir eine unbrauchbare  Liste von Ärzten aus, darunter nur eine Therapeutin in meiner Nähe. Ich suchte im Internet, schrieb email, telefonierte und sprach auf Anrufbeantworter –   auf der Suche nach einem Therapieplatz.

Fazit: „nein ich habe keinen Therapieplatz für sie“… und …“bin Tiefenpsychologe“ und …. „ja, ich kann ihnen eine Therapie anbieten, aber Termin in ca. einem Jahr“

ähmmm…. ist ja zum Aufgeben, dachte ich und zog das Angebot, ein Jahr zu warten in Betracht.

„bessere der Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“

 Das kann einfach nicht alles sein und ich suchte weiter,  stieß auf zweifelhafte Lektüre von Scharlatanen und auch auf die Lindenmethode. Das liest  sich vielversprechend. Und ja,  habe das Geld ausgegeben um es zu probieren …später  werde ich  berichten. Bin  zuversichtlich den Spatz in der Hand fliegen zu lassen.

Es kann noch so eisig sein, wenn ich aus dem Bett gesprungen bin, reiße ich meine Fenster weit auf. Bei den Minusgraden sammeln sich  Wassertropfen  auf der Fensterscheibe, dass sie runtertropfen und eine Pfütze bilden.  Ich wische sie täglich weg. Argwöhnisch mustere ich meine Schlafzimmerdecke und…. da ist es wieder, das Krebsgeschwür. Es hat Metastasen gebildet von der Größe eines Fingernagels, doch ich weiß, das wir mehr.

“ habe ich  doch gesagt, du mußt hier aussziehen, …suche dir  eine Wohnung mit Balkon in der du alt werden kannst“. Sagt mein Bester.  Für’s Alt-Werden habe ich andere Pläne…und ich mag meine Wohnung fühle mich hier sauwohl.  „Auf einen Balkon kann ich verzichten“, aber das Krebsgeschwür läßt mich zweifeln und die Gedanken kreisen um eine Lösung und verderben mir den Tag. Sofort schauen wir uns Mietpreise an. Ich wußte es, im Raum Potsdam sind Wohnungen  knapp und deshalb teuer. Also drehe ich die Heizung in meinem Schlafzimmer höher, eine Maßnahme gegen den Schimmel. Abwarten und Tee trinken. Vor einem Jahr kam der Schimmel zum ersten mal durch.

Mein Schatz kommt später…was immer das heißt.  „Soll ich noch Schrippen mitbringen“? Ne, ich werde dann alleine frühstücken. Simse ich zurück.  Ich fand  Herkules immer erfinderisch, wenn es darum ging mich zu treffen. Seinen frechen Schneid Risiken einzugehen, habe ich bewundert.
Dass er die Hausklingel abstellt und den Telefonstecker aus meiner Anlage zieht, wenn er mit seiner Frau telefoniert, habe ich belächelt… weil bei mir sowieso niemand klingelt…nun gut, und eine Parkkarte  besorgen, damit er vor meiner Haustür kein Knöllchen bekommt…machen wir doch auch.
Hatte mich auf unser Frühstück  gefreut, im Kino neben ihm zu sitzen ist auch lustiger, als neben fremden Leute. Beneide  meinen  Kollegen, wenn er von  Radtouren mit Frau und Freunden erzählt.  Man kann eben nicht alles haben 😉
Dumm das ich als Geliebte meinen Wert auch an den Risiken messe, die  Herkules für mich eingeht, auch daran was er bereit ist für mich auszugeben. Ist blöde aber ist so, vielleicht eine Kompensation  für’s draußen bleiben?

„Meine Frau bummelt heute Überstunden ab“ SMS von ihm und ich war so früh von meinem Arztbesuch zurück. Dumm gelaufen…Ich schlürfe meinen Tchibo…was für eine Lorke…denke ich, seit wann schmeckt der gute Kaffee nicht…das Verhältnis  zwischen Kaffepulver und Wasser passt heute gar nicht.

Wie siehst du denn heute aus, höre ich meine Kollegen fragen, und möchte am liebsten nicht in den Spiegel sehen. Es ist weit nach Mitternacht, als ich mir den kalten Lappen auf’s Gesicht lege. Die Kühle hilft gegen aufgebrachte Gedanken und gegen geschwollene Augen. Die Kaumuskeln angespannt, schlafe ich irgendwann ein. Zum Glück habe ich Spätschicht und kann solange im Bett bleiben wie ich mag. Was war passiert?
Mutter feiert in einer Woche ihren siebzigsten Geburtstag und ihre fünf Kinder sind die Gäste…wer hat, mit Partner. Ich komme allein, aber Herkules bringt  mich die zweihundert Kilometer nach Halle, dann fährt er wieder nach Hause.
Ich dachte  mir er könnte kurz mit rauf kommen, guten Tag sagen und vielleicht eine Tasse Kaffee trinken.
„ich will nicht, dass ER  mit mir eine Tasse Kaffee trinkt“ und die Stimme meine Mutter klingt barsch. Die Botschaft kam so unerwartet, dass es mir kurz die Sprache verschlägt was selten geschicht 😉
„…darf er nicht mal kurz guten Tag sagen und das Klo benutzen…?“
„Der kann unterwegs pinkeln“ und der hysterische Unterton meiner Mutter macht mich völlig platt.
Schönen Dank auch, sage ich und lege auf.
Ein einziger Satz reicht, um meine Freude auf unser Wiedersehen bei Muttern zu zerstören. Was geht in dieser Frau vor? Ich jedenfalls erinnere mich an den letzten eisigen Dezembergeburtstag vor einem Jahr. Auch da harrte ich still aus bis der Zug fuhr. Mutter mich anblaffte, wegen ein paar scherzhafter Worten. Es trifft immer mich nie meine Brüder. Für Mutter bin und bleibe ich ewig  das schwarze Schaf.

Nun, jetzt ist es also amtlich. Ob ich will oder nicht, ich stehe unter Naturschutz…habe gerade heute das Siegel bekommen, die Eule. Wir wollen junge dynamische Leute die bereit sind mit Elan alles zugeben für den Job. Ich nicht mehr…stimmt. Will alles für mich rausholen, das ist so, nur in Grenzen ausbeutbar ;-). Das Probearbeiten eine Farce, ein Alibi…ein so tun als ob. Es geht nicht darum ob geeignet, sondern ob gewollt oder nicht…bin abgelehnt, bleibe nun für immer auf meinem langweiligen Arbeitsplatz und damit basta. Meine Enttäuschung hielt sich nur kurz…so schließt sich der Kreis.
Schlafe schlecht in letzter Zeit und mein Schatz macht mir Geschenke, die ich mir lieber selber ausgesucht hätte. Tolle Geschenke wie eine Blackbox, die ich erst lieben und schätzen lernen muß – meinen neuen PC – gesponsert von meinem Herkules …

„ich kann sie auch zurücknehmen“…sagt er nach meiner Meckerei 😉

„nein ich glaube dir ja, dass der PC gut ist“…. Macht nix…dafür liebe ich den  Eiche-Goliath-Schreibtisch schon jetzt. Danke von Herzen für die Spende, wird gleich morgen bestellt…sehe ich als Lohn für meine Arbeit am Homepageprojekt.

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