…und ihre Aquarellmalerei

Tratsch

es fühlt sich wirklich gut an, den neusten Klatsch auszutauschen und  Neuigkeiten zu teilen. Warum bloggen Leute, schreiben im Internet oder lesen Klatschblätter. Gestern Abend war ich mit meiner Kollegin zum Tratschabend, bei heißen Kirschen und Eis…ein Bier passt dazu garnicht …ist ja egal.

Habe gerade  im Netzt zum Thema Tratschen interessante Untersuchungen gefunden:

klatschende Frauen schütten ein Hormon aus, das Angst- und Stressgefühle mindert und gesünder macht. Tratsch ist das „Gleitmittel der Gesellschaft“, das gemeinsame Wissen um Verbotenes schweißt zusammen. Männer und Frauen tratschen unterschiedlich. Robin Dunbar hat als Evolutionsforscher bewiesen, das Kraulen von Affen in der Gruppe nichts anderes ist, als die Primaten-Vorstufe des Tratschens. Durch das Kraulen wird ein Gruppengefühl, ein soziales Gefüge erstellt. Wie bei tratschenden Menschen auch – nur das wir nicht lausen oder kraulen, sondern tratschen.

Na, da laust mich doch der Affe. Jetzt weiß ich, warum ich tratschende Menschen so affig finde …schreibt Jemand im www

( Foto – Skulptur von Camille Claudel „die Geschwätzigen“)

Mit der Sporttasche über der Schulter, latsche ich ungekämmt und in Trainingshosen zum Fitnessstudio. Es liegt im selben Gebäude wie mein Arbeitgeber. Ein wenig peinlich ist es schon, wenn ich meine rauchenden Kollegen vor dem Eingang treffe und mein Kollege sagt ; “ habe dich auf  dem Crosstrainer gesehen“.

Ja, durch die großen Scheiben überblicke ich vom Crosstrainer das Treiben rund ums Gebäude. Heute sah ich, Rosetta vorbeikommen. Ihre Trippelschritte führten geradewegs zu ihrem kleinen Corsa, in der Hand eine Zigarette. Hat sie also heute Dienst, denke ich und  erinnere mich wie ich gestern die Schubfächer ihres Rollcontainers durchwühlte. Ja, es ist unverschämt die Schreibtische meiner Kollegen zu durchsuchen…aber der Heißhunger auf Süßes  und die Tatsache, ganz allein im Büro zu sein…macht hemmunglos. Rosetta sitzt gleich hinter mir. Ihren Schreibtisch nahm ich mir als erstes vor. Süßes fand ich bei ihr nicht, aber Stapel teilweise  ungeöffneter klebriger Privatpost der letzten Wochen –  Rechnungen, Mahnungen Kontoausszüge.  In meiner lüsternen Phantasie breitete sich das persönliche Drama meiner Kollegin aus. Habe ich’s doch  gewußt, dachte ich, die steckt in Schwierigkeiten  und nicht nur weil bei ihrem Mann kürzlich Krebs festgestellt wurde. Schuldnerportal, lese ich auf einem Blatt und finde etliche Einkaufsbons von Weihnachten…wir tratschen …über glasige Augen. Ist es Einbildung, oder hat Rosetta ihren Nagellackentferner umgekippt?  „Das stinkt hier so nach Fusel“ rutschte mir eines Tages  raus.
Als ich heute auf meinem Crosstrainer stehe…trifft mein Blick sie unbemerkt. Was sucht sie rauchend in ihrem Auto…in dem Moment sehe ich wie sie die Pulle ansetzt und einen Hieb nimmt.
„Was geht mich fremdes Elend an….“ Den Satz finde ich scheiße…aber Rosettas private Dramen erzeugen eine  gierige Lust nach Tratsch und der Zufriedenheit immer noch die Balance  zwischen Soll und Haben hinzukriegen. In irgend einem Schubfach fand sich dann tatsächlich  ein leckerer Stock – Schokoriese für meinen Heißhunger. Nimm Zwei ;-)).

ich glaubte sie endlich verbannt zu haben… die nagenden Zweifel.  Da tobt man sich hier aus  und plötzlich kommen Gedankenmonster; „wenn das Mister Y liest,… oder Mutter X in meinem Blog stöbert…wenn nun der Chef sich über Post Nummer sowieso ärgert und mein Kollege das Susisorglos Lied pfeift und ich mich frage, ob das  eine verschmitzte Anspielung auf mein Geschreibsel ist. Ich zittere bei dem Gedanken, dass hinter meinem Rücken getratscht wird…und dann ist da die freche Susi, die den Kopf in den Nacken wirft und sagt:“ na und!“

Ich  drehe und wende mich in meinem Blog, wie vor einem Spiegel…alles super solange nicht mein wirklicher Name dran steht, nur ein Etikett – Marke Susi Sorglos.
Kürzlich gab ich meinen Namen als Suchbegriff bei Google ein und fand eine Verbindung zu Susisorglos…ich hasse es und das Wort <<Löschen>> leuchtet wieder rot in meinem Kopf…sie sind wieder da, die Zweifel über meine Kritzeleien, über das Zeigen und Verbergen….dieses Versteckspiel. Manchmal ist es ein Vorteil im wahren Leben Susi Meier zu heißen…aber mein bürgerlicher Name ist einmalig.

Gestern – kurz vorm – Dunkel – werden noch schnell ein Foto. Hier der Schnee von gestern – hoffentlich der Erste und Letzte für diesen Winter: Fünf  Dinge die ich heute nach Feierabend tat.

  • ein paar Sonnenstrahlen aus der Dose – Solarium für die trockene Winterhaut.
  • Auf dem Fußweg nach Hause in Gedanken über meine sture Mutter geschimpft und über unsere verschiede Lebensart. Wir reden seit sechs Wochen nicht mehr miteinander.
  • Gemüse und Hähnchenkeulen eingekauft und eine Suppe gekocht.
  • bei Facebook einen Beitrag gepostet und meine Mails gecheckt….
  • mit meinem Liebsten telefoniert und über unsere Lästereien und Witze gelacht

Mir qualmt der Kopf und ich sehe auf die Uhr. Die Nacht ist  hereingebrochen und ich denke …was für ein  langer Nachmittag.  Sieben Stunde Dauerquatschen, das können nur Frauen, Freundinnen, die sich ewig nicht getroffen haben. Jede Menge kleine und große Dramen wollen erzählt und bestaunt werden.  Ganz nebenbei schwitzen wir in der Sauna und sind wenigsten so rücksichtsvoll zu flüstern…aber den Ruheraum haben wir für uns und so nebenbei löst sich die Zunge bei einem  Bier noch mehr…mein  Magen knurrt und  bekommt  zu später Stunde noch eine Portion fettiger Bratkartoffel mit Sülze, und  muss eine Nachtschicht einlegen. Leichte Kopfschmerzen kündigen sich an und ich falle in einen tiefen Schlaf nach diesem Treffen mit C.

(Foto: kalenderblatt rosina wachtmeister)

 

zähnebleckenDie Damen beim Zahnarzt haben meistens gute Laune, doch wo ist eigentlich mein Lächeln geblieben?

„Sie haben wohl heute Ihre Krücke dabei“, sagte die Ärztin  und zeigt lachend auf meinen Schirm.

„Klar, sie wissen doch… als alte Frau brauche ich die“, gebe ich zurück und zeige mein neues Lächeln, das mich in diesem Jahr schon über zweitausend Euro gekostet hat 😉

Der kleine Geck hat  Spaß gemacht und ich ein lange Sitzung damit nun der letzte Zahn seine Krone bekommt.

nun schon die zweite Mahnung…nein es geht nicht um Geld, aber meine Kommentare zu den Werken der „Anderen“ wird abgemahnt. Immer diese blöden Admins die garnichts verstehen.

Dem Impuls, mein Profil auf dieser Schreibcommunity zu löschen, wiederstehe ich …bin aber wütend. Ich bin ein Freund von kurzen Kommentaren

Es ist auch gut auf Qualität zu achten, zu viele bla bla bla Hinweise helfen nämlich einem Schreiberling nicht.

Ich lerne aus den Arbeiten und Hinweisen der Schreibenden.

Gestern: baden im Heiligensee und ein Erdbeereis… mein Body nimmt eine gesunde Farbe an und ich denke an Sex.

heute: Restwein benebelt meinen Kopf und freue mich auf Herkules und seine kuschligen starken Arme. Ein Blick in die Runde sagt mir…Susi…du solltest aufräumen…ach was ;-.)))

Zufrieden: arbeite an meinem Roman und toll die Einsicht … dass ganz viel Text schon da ist, nur lose …alles wartet auf Einbindung in den  berühmten roten Faden.

Spaß: am Lesen fremder Geschichten und Biografien…. bin ein Fan von biografischen Texten die ich selber zu Hauf produziere.Stöberte heute meine Tagebücher durch und fand viel Brauchbares.

bestellt: Bücher über Tantra…Sex…Extase und den Spirituellen Geheimnisssen des Lebens

Eisbeine bizarre Schneekristalle

Nur schnell ein Lebenszeichen von mir, danke an meinen Liebsten, der mich heute zum Bahnhof gefahren hast. Fing alles sonnig an  mit bizarr schönen Eiskristallen und endete dann eisig.

Habe mich bei Muttern geärgert und wäre am liebsten eher abgehauen, dann aber durchgehalten. Mit Eisbeinen komme ich heim, das Knischen und Poltern auf der Bahnfahrt weckte ungute Gedanken, bloß nicht entgleisen.


Kann den Ärger nicht  wegstecken, Brauche ein heißes Bad, einen schnulzigen Film, eine leuchtende Kerze, ein gutes Buch und…? eine neue Glühbirne mußte ich einschrauben…schöne Fotos geschossen, und meine ersehnte Postsendung lag  im Kasten. Mein Sohn ist online ..er hat Omas Geburtstag vergessen, mag ihn nicht daran erinnern, …habe keine Lust mehr Heiligabend wegzufahren,  vielleicht stelle ich mich krank und bleibe in meinem Bau.

Tut gut  Ärger von den Fingerspitzen zu tippen. Morgen ist ein neuer Dezembertag. Alle sind gesund und das ist das Wichtigste, was macht es schon wegen nix und wiedernix verschnupft zu sein. 😉

Sonnenbank

einen Rest Sonnenfarben auf der Haut speichern, ersetzt jede Kosmetik, denke ich mir und unterbreche meinen
Herbstspaziergang für sechs Minuten – Sonnenbank.
Ich füttere den Automaten mit drei Euro
ausziehen, sonnen und anziehen, artig die Bank abwischen und weiter geht’s.

Als ich die Tür öffne sehe ich einen frechen Mann, der grinsend auf mich zu warten

(völlig unscharf zu sein ist auch mal schön)

scheint. Er hat eine Latzhose an und einen Schraubenschlüssel in der Hand. Die Zeichen sind eindeutig…der Haustechniker.

„wenn sie sich sonnen, müssen sie das Licht anlassen, sonst schaltet sich die Lüftung aus und dann schaltet sich der Gesichtsbräuner ab und sie können den Automaten füttern wie sie wollen und haben nix davon.“
Überrascht schaue ich ihn an, unrasiert ist er, und das hat was, denke ich, ist fast schon wieder sexy….
„das mit dem Licht wußte ich nicht“
„wer lesen kann …ist klar im Vorteil“
Nun weiß ich es also …Licht anlassen beim Sonnen.

ein strahlender Herbsttag, da muß ich einfach raus, bevor Herbstürme und graue Tage die Stimmung drücken.  Bewaffnet mit Fotoapparat und Mp3-Player, Wattejacke und Wanderschuhen…geht’s los, nicht ziellos, versteht sich. Will zum Bankautomaten, auf die Sonnenbank, Bewegung und Fotos schießen.

vorbei an  herbstlichen Schönheiten,…
…sehe ich das Unheil kommen,

gleich kracht es, denke ich, und ziehe schon mal den Kopf ein, denn ich bin auf gleicher Höhe mit den Unfallautos…
Roter Micra gegen silbernen Van – Zusammenstoß
Totalschaden und Schuld hat der Micra, der Van hatte keine Chance.
jetzt ärgere ich mich keine Unfallfotos gemacht zu haben, als Versicherungs-angestellte, und Zeugin vielleicht ein Fehler? Aber pietätlos wenn es um den Schaden der Anderen geht.

Auf dem Rückweg vom Bankautomaten ist die Feuerwehr schon am Ölspur löschen und viel Blaulicht


Ich genieße meinen Herbstspaziergang und die Spiele aus Licht und Farbe

das Weiß meiner Haare, habe ich den Herbstnuancen angepasst und vermisse nun mein weiss-blond…
kommt ja wieder…im Winter 🙂

vorbeugend gehe ich noch schnell auf die Sonnenbank  und
hier treffe ich auf einen Mann …siehe Post >>> unrasiert und sexy

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