kein Durchgang – überall Barrieren “Du kommst hier nicht rein”. Neue Schranken, kein Haarschnitt ohne Spritze, kein Shoppen ohne Nachweis nicht mit dem bösen Virus infiziert zu sein. Der Haarschnitt wäre schön, shoppen muss ich nicht. Doch in allem gibt es auch Gutes. Wenn übliche Zerstreuungen wie Ausstellungen, Restaurants, Cafe, Kino und einfach Ferien im Appertment verboten sind, wir die Laufrunde um den Block größer. Ich wohne hier seit dreizehn Jahren und lerne Stadtteile und Ecken meiner Umgebung kennen, die ich bisher nie betreten habe. Ich kenne inzwischen jeden Wiesenweg, neue Schleichwege,  das Neubaugebiet und die Einfamiliensiedlung, in der ich früher niemals war. Müde und hungrig kehre ich ein und esse eine Dönerbox. Das ist weit und breit der einzige Imbiss der offen hat. Der Stapel Literatur wartet auf mich, ich lasse mich aufs Sofa fallen und genieße meinen Nachmittags – Kaffee und den ausklingenden Frühlingstag.