Susi Sorglos

Mein  Weg ist das Ziel

Weibliche Ansichten

Fundstücke aus meinem Leben  festgehalten mit Tinte,  Pinsel und einem Schuss Humor

Heimatgefühle

wäre schade wenn es diesen Sommer wieder nicht klappt, dachte ich. Sehnsucht nach den  Dörfern meiner Kindheit und so kaufte ich ein  Ostseeticket nach Stralsund. Der Sommer neigt sich seinem Ende entgegen – Erntezeit. Goldgelbe Felder und Bäume voller  Früchten. Ich radelte zwischen Stralsund und Greifswald, die alte 96 a, entlang – Kopfsteinpflaster.  Alle fünfzig Jahre bekommt diese Nord-Süd- Route eine Schwester.  Gleich hinter der Wiese unseres Dorfes wurde 1965 die 96 b gebaut und seit ein paar Jahren zerschneidet eine zweispurige Schnellstrasse Wiesen und Felder meiner Heimat  – das neue  Pommerndreieick.

heimat

Mißbilligend ignoriere ich die neuen Strassen und lasse sie links liegen, ich will etwas vom alten Flair vergangener Tage finden und komme nach Devin. Der Ort hat einiges zu bieten. Eine Jugendherberge direkt am Strand mit Blick auf die sterbende Volkswerft und landschaftliche Schönheiten die den Ausflug wert sind. Der Deviner Haken war früher Sperrgebiet, nun ist die Halbinsel Naturparadies. Ein Trampelfand zwischen sehr alten Weiden führt zum Wasser. Ein Hase kreuzt meinen Weg und Menschen die Ruhe und Natur suchen. Ich verweile und schnuppere Heimatluft…eine frische Briese geht…wie immer…diese Momente nenne ich Glück.

Milchmädchenrechnung

Eine Rechnung ist neutral und es ist meine Sache sie zu werten. Bin heute Morgen guter Dinge zum TÜV. Ja, es sind schon wieder zwei Jahre vergangen seit ich meinen Mitsubishi kaufte. Klar, der Auspuff klingt tief und sportlich und der Warnblinker geht garnicht,  dass die Scheinwerfer so trübe ausssehen, war schon immer so….und mhhhh hoffentlich nicht mehr.

blau-auto“Das ist aber Pech, dass sie ausgerechnet an den super genauen jungen Prüfer geraten”, sagt mein Autohändler von einst. Wenigstens sieht er meinen Schrotthaufen jetzt mal von unten.”Autos stehen sich schon mal kaputt”, meint er…meiner ist nur 6 Tkm in zwei Jahren gefahren…”und die Japaner rosten schnell”. Lange Rede kurze Rechnung pie mal Daumen vom Chef… “ca. 700 Euro” …mit einer unbekannten Größe, dem Warnblinker Ersatzteil. Damit hätte ich nun garnicht gerechnet. Wenn ich weiter Auto fahren will, heißt es zahlen oder abmelden.

Auf dem Autohof steht immer noch mein blauer Nissan Micra….und das schon länger als ein Jahr. Im Tausch gegen den Mitsubishi- (Sonderangebot nur für mich) –  zwei neun… all inklusiv diesmal. Gefällt mir alles nicht. Es kommt der Winter und ich könnte mich wieder auf Bus und Bahn verlassen, den TÜV vergessen… noch einen Monat fahren… Schrotthaufen für 200 Euro abgeben und gut ist. Dann steht aber mein bezahlter Parkplatz leer…das geht auch nicht…und ich habe mich mühsam an’s wieder fahren gewöhnt. Kommt Zeit kommt Rat…Morgen fahre ich den Micra Probe…und habe schon mal rungehört was andere für den Colt  geben…so gut wie nix.

Was handfestes

meinkindheitgestern kam ES mit der Post und ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Mein Buch hat nur wenige  Schönheitsfehler. Das Gefühl “Meine Kindheit” zum anfassen, in schwarz auf weiß, fühlt sich gut an. Ich kann es wegstellen, aufheben und verschenken. Es wird noch da sein wenn ich längst den letzten Atemzug getan habe. Unsere Existenz ist so flüchtig wie eine Pusteblume im Wind. Datenschützer warnen vor dem www  was dort einmal eingegeben, soll angeblich  nie wirklich verschwinden, irgendwo ist es noch da…aber wo?  Seit der menschlichen Vernetzung habe ich mehr denn je das Gefühl ein Staubkorn zu sein, virtuell und flüchtig. Dieses gedruckte Buch ist einfach handfest und ich kann mich dran festklammern. 😉 Aber wen interessiert’s? Mich.

Umblättern bitte

schafgabe“ab heute beginnt eine neue Zeitrechnung”, sagt der Abteilungleiter, als er durch unser Großraumbüro läuft. Die Fenster sind offen und es ist morgenfrisch. Ich ziehe  meine Fleecejacke fester um die Schultern.  Um sieben Uhr mag ich hektische, laute  Kunden garnicht. Der Ansturm ist montags wie immer enorm. Dann koche ich mir einen Kaffee und esse mein Salamibrot.

Gestern,… waren die letzten Stunden im Monat Juni und mein Surflimit zeigte mir Luft für den Upload eines Mega-Daten-Pakets…mein Buch ist also fertig. Das ganze Wochenende bastelte ich an Text und Bild…es sollte perfekt sein…ich wollte mich später freuen und nicht über ägerliche Fehler stolpern. Husch husch und  fertig… war typisch für Susi, warum ich bei dieser Arbeit einen Preis für Perfektionismus wollte…. ungewöhnlich. Zufrieden süffelte ich meinen Rotwein und starrte auf die Fortschritte der Datenübertragung. Eine Stunde kann kurz oder lang sein, wenn jetzt bloß nix schief geht.  Es ist geschafft und Freunde kommt auf.

Heute beginnt eine neue Zeitrechnung,…Dienstbeginn für sechzehn neue Mitarbeiter und einen neuen Chef…da hatte ich gleich einen Mithörer …. wir haben Juli und umgeblättert.

Wiege Erinnerung

Fatsecret,  meine Abnehm-App sendet mir seit einiger Zeit –  Wiege – Erinnerungen.

marzi“Dies ist ihre Erinnerung, um uns mitzuteilen, was für Fortschritte sie mit ihrer Diät machen”, heißt es.

…Aber ich mache ja keine Fortschritte, fülle meinen Ernährungskalender nicht mehr aus. Auch mein Gewicht stagniert, sind eher ein paar Gramm mehr geworden.  Trotzdem wiege ich mich und überschlage im Kopf die tägliche Essens-Bilanz. Ich sorge dafür nie  hungrig zu sein, frage meistes  den Magen ob er wirklich was braucht.  Das läuft gut, denn nix ist schlimmer als ein Krampf um Essen und Waage. So bin ich milde und akzeptiere, dass mein Körper nichts hergeben mag.  Mein morgendliches Sportprogramm bekommt mir super.  Geduld sage ich mir ….und gebe nach, wenn es mich an den Süßigkeitenautomaten zieht. Gestern waren es gleich zwei Marzipanstangen…den Tag davon hatte ich glücklicher weise  kein Kleingeld…. die Lust auf Süßes vergeht auch wieder “seufz”

Gedankenmeer

Möwen, Gedanken des Meeres, die sich sammeln am Morgen zum Start in den neuen Tag. Wie unsere Wünsche sind sie, die davoneilen auf weißen Schwingen, das Ziel zu finden, noch ehe es Abend wird.

(Hans Langer)

heute ist mein freier Tag und ich putzte die Küche, so richtig mit Kühlschrank abrücken, Fächer auswaschen und so weiter.

möwenSo ein Putztag macht sich gut wenn die Gedanken kreisen wollen. Sie drehen sich  um meine Kindheitserinnerungen.  Vor zehn Jahren habe ich das meiste aufgeschrieben, nun  sollen passende Bilder zum Text eingefügt werden. Gestern Abend kramte ich wieder in meinen Fotokisten, das Gefühl etwas übersehen zu haben läßt mich diese Arbeit noch mal erledigen. Der Zensor wird niedergeknüppelt, weil er scheinbar Unvorteilhaftes aussortiert hat…letzte Gelegenheit das ans Licht  zu holen. Der unsortierte Bilderramsch hat auch sein Gutes, so muss ich dauernd alles absuchen, dadurch gerät längst Vergessenes ins Sichtfeld…das brauche ich noch …später. Das Chaos ist nun aufgeräumt und Susisorglos fühlt sich zufrieden. Da ist diese innere Stimme die mich drängt fertig zu werden, …alles abschicken, bezahlen, aus dem Briefkasten ziehen und gut ist.  Gewonnen hat eine andere Stimme, sie will noch verweilen, genauer hinsehen, umarbeiten,  die Perspektiven ausloten und oder verschieben.

Hier eine  alte Spruchkarte ist auch ein Erinnerungs-Fundstück…dreißig Jahre alt

Fotos gerettet

kartevenedigEine Woche Italien liegt nun hinter mir…sind heute Mittag wieder in Berlin gelandet. Im Gepäck nicht nur schmutzige  Wäsche, sondern viele schöne Erlebnisse die erstmal verdaut und sortiert werden müssen. Meine Fotos sind die wichtigsten Urlaubsmitbringsel und so war ich gestern fassungslos, als  mein Fotoapparat plötzlich verschwunden war. So oft ich auch die Tasche durchwühlte, er war weg. Wo könnte ich ihn verloren haben?  Venedigs Zentrum ist kein guter Ort etwas wieder zu finden. Die Lage schien ausichtslos, aber ein winziger Hoffnungschimmer  blieb. Im letzten Lokal  sind wir ohne Bestellung aufgesprungen und abgehauen….in der Eile musste ich meine Kamera vergessen haben. Der Kellner erinnerte sich grinsend an die geflüchteten Gäste,  dennoch hatte er meine Knipse gut verwart. Überglücklich dankte ich dem Italiener und das war nicht der einzige Vorfall,  der bei uns den Eindruck hinterließ in Italien sind die Menschen großzügig offen und freundlich.

Wieder daheim…lüften, auspacken, Bilder sortieren, die Waschmaschine will nicht mehr und braucht den zweiten Neustart und es ziehen Regenwolken über Berlin. Bin zurück  – später mehr.

Lady in red

Rot ja rot sind alle meine Kleider, …ein Kinderlied aus vergangenen Tagen. Ich stand  unentschlossen vor dem  Spiegel, als ich mich für die Reise zu Mutter und Schwester anzog. Rotes gab und gibt es in meinem Schrank kaum. Diese Farbe wähle ich nie, …genau wie ich keine Rosen will, sondern lieber Feldblumen.

Kürzlich fiel mir jedoch auf, das Rotes  einen neuen Platz in meinem Leben findet.  Beginnt mit diesem roten Auto in meinem Header, der Schrift in meinem Blogmenü. Vor einigen Wochen begeisterte mich das Shirt mit roten Zierfäden und ich suchte gleich ein passendes  rotes Tuch dafür.

rot

Meine Schwester ist eine ruhige unauffällige Frau. Sie hat seit Kindertagen eine Vorliebe für Rotes. So sitzen wir nah bei einander rot in rot. Ein schöner Pfingst-Besuch in Halle bei Eis und roten heißen Himbeeren.

Kuckucksei

ein Picknick auf dem ehemaligen Tempelhofer Flugplatz, eine Landwirtschaftsausstellung in Paaren, ich habe jede Menge Optionen für diesen Herrentag.  Es ist Vormittag und ein Regenguß jagt den nächsten, das wird auch so bleiben, sagt der Wetterbericht. Noch ist nichts entschieden.

hacker

Gestern entdeckte ich durch Zufall das Kuckucksei auf unserer Webseite. Zwei unbekannte Benutzer hatten sich als Administrator angemeldet. Wie das? …sofort löschen…und mir schwant, das wird nichts nützen. Hilfe für Hackerangriffe fand ich bei joomla.   Garnicht lange fackeln alle Daten sind nun gelöscht. Also sitze ich hier und bringe die Webseite  wieder zum laufen.  Der Tag ist noch lang und ich habe immer die Wahl.  Unausgeschlafen und unsortiert beginnt dieser Herrentag, denn ich fand heute Nacht nicht ins Bett…meine Müdigkeit will vertrieben werden. Ich koche mir noch einen starken Kaffee und dann geht es an die Arbeit.

Wolkenlos

Mein innerer Antreiber hat eine lange Liste parat, die ich abarbeiten soll. Irgendwas bockt und sabotiert mich. Meine letzte Woche  war lang und anstrengend… sechs Arbeitstage.  Ich höre nicht richtig, ich sehe nicht richtig, mein Haut schlägt Falten, das Bäuchlein ist gewachsen…unliebsame Arbeitsaufträge…so entsteht eine Meckerliste der Unzufriedenheiten.

stiefmutterDieses Auf und Ab ist normal und ich lese es auf vielen Blogs. Mein Abnehmprogramm schlägt Haken. Die erste Woche lief alles wunderbar, Soll und Ist- Statistik erfreulich. Die Waage belohnte mich prompt. Sie ist auch nachsichtig wenn ich euphorisch und tagelang sündige, doch ich ahne es nicht nur, ich weiß es…dann kommt die Quittung für das Pommes-Abendessen, Eis und Schokolade…Sofort ist jeder Elan dahin und das Ernährungstagbuch bleibt leer…Auf Negativbilanzen hab ich keine Lust, die blende ich lieber aus.

Trotzdem habe ich heute mein Lieblingsfrühstück genossen und meine Waschmaschine hat aufgehört zu grummeln, Zeit sich um den Haushalt zu kümmern. Noch ist kein Fenster geputzt und draußen lacht die Sonne auf wolkenlosem Himmel…es ist alles nur gefühlt und zieht vorüber wie eine Wolkenfront. Weiter geht’s stellen wir uns also auch den negativ-Gefühlen.

Allen ein Gesundes Neues Jahr 2021

Vorboten nach der Schneeschmelze

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